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… und Frustration erzeugen!

Unsere Stärken liefern wundervolle positive Beiträge. Sie können aber auch zur Achilles-Sehne werden. Das beste Beispiel bin ich selbst. Ich bin sehr fokussiert und diszipliniert. Und wenn ein Projekt nicht schnell genug voran geht, nervt mich das. Ich bin außerdem ein guter Kommunikator. Wenn ich aber das Gefühl habe, man hört mir nicht zu, rede ich umso mehr. In diesem Falle, bis alle anderen genervt sind. Die Liste könnte noch weiter fortgesetzt werden aber ich denke, Sie liebe Leser, sind im Bilde.

Was fängt man nun – im Kontext „Führung“ –  mit dem oben Beschriebenen an? Nun, der erste wichtige Schritt ist, dass wir uns überhaupt unserer individuellen Stärken bewusst werden. Dafür gibt es verschiedene Wege, zum Beispiel einen Stärken-Test. Als nächstes müssen wir uns klar werden, dass unsere Stärken natürlich wundervolle Beiträge leisten. Verrichten wir unsere tägliche Arbeit im Bereich unserer Top-Stärken, werden wir Spitzenergebnisse erzielen. Aber nun kommt der Pferdefuß: Stärken haben nämlich auch Bedürfnisse. Und werden diese Bedürfnisse nicht erfüllt, stellt sich Frustration ein. Dessen müssen wir uns – insbesondere in der Disziplin der Mitarbeiter-Führung – bewusst sein.

Führung in der Praxis

Machen wir ein Beispiel: Sie, lieber Leser, sind zum Beispiel analytisch orientiert. Wenn Sie ein Projekt bekämen, würden Sie sich demnach die Herausforderung zunächst aus der Vogelperspektive anschauen, zerteilten dann die Gesamtaufgabe in Einzelschritte und gingen danach jedes Mini-Ziel an. Schritt für Schritt. Sehr akkurat. Wenn Ihnen aber nicht die nötige Zeit für diese Vorgehensweise zur Verfügung stünde, könnten Sie nicht in der Form agieren, wie es Ihre persönlichen Stärken verlangen würden. Frustration stellte sich ein. In einem höheren Maße, als dies bei anderen Menschen in der gleichen Situation der Fall wäre.

Wenn wir dies berücksichtigen, wird uns schnell klar, warum wir in bestimmten Situationen lustlos oder unmotiviert sind. Wenn wir nicht so handeln können, wie wir gerne würden. Oder wenn andere Menschen sich nicht so verhalten, wie wir uns dies wünschen. Wir fangen an uns selber besser zu verstehen und werden als Chef so manche zwischenmenschliche Situation anders meistern oder interpretieren. Führung bekommt eine ganz andere Wertigkeit.

Wir können diese Erkenntnisse auf unsere Mitarbeiter übertragen. Sobald wir einen begnadeten Redner und Beziehungsknüpfer in das verstaubte Archiv versetzen, dann muss sich zwangsläufig Frustration einstellen. Beim Mitarbeiter, weil er seine Talente nicht einsetzen kann. Und schließlich auch bei Ihnen als Betriebsinhaber, weil Sie einen Unterperformer in der Mannschaft haben. Wir müssen uns der persönlichen Stärken unserer Mitarbeiter bewusst sein. Ansonsten besteht die große Gefahr, dass wir sie unpassend behandeln.

Mein Tipp: wenn Sie sich das nächste Mal über sich selbst oder einen Mitarbeiter ärgern, denken Sie zuerst darüber nach, ob die individuellen Stärken vorher richtig eingesetzt gewesen waren.

Ich wünsche Ihnen einen Führungs-starken und Frust-freien Tag.

Herzliche Grüße
Carsten Seiffert

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