0441 180 34 13-2 kontakt@seiffertbenefit.de

StärkenNews – Kennen Sie das? Sie spüren ganz genau, dass Ihnen Ihr Gesprächspartner gar nicht mehr richtig zuhört. Er wartet nur darauf, dass Sie zwischen zwei Worten Luft holen, damit er endlich mit seiner eigenen Story loslegen kann.

A: „Ich habe mir die Hand verstaucht. Sehr unangenehm.“ B: „Pffft! Letztes Jahr hatte sich mein Schwager den Arm gebrochen. Schmerzen sag ich Dir. DAS musst Du mal erleben.“

Warum kann man nicht einfach mal die Klappe halten und dem anderen die volle Aufmerksamkeit schenken? Mal richtig HINhören? In der Regel fällt es schwer, den anderen in den Mittelpunkt zu stellen und auch dort zu belassen. Diese Unart ist der Business-Fehler Nr. 1. Die Kommunikation im Unternehmen funktioniert an vielen Stellen nicht und verursacht damit exorbitante Schäden. Hier kommen einige Beispiele …

Der Neandertaler als Sozius

Der Drang, sich selbst ständig in den Vordergrund zu stellen, ist den Menschen offensichtlich seit der Steinzeit in die Wiege gelegt worden. Kinder unter sich, können alles besser als die anderen – 3x bis zum Mond und wieder zurück – und später dann, als Senioren, vergleichen sie ihre täglichen Tabletten-Cocktails. Wettbewerbsorientierung wird als wichtige Tugend von Kindesbeinen an gelehrt. Und das ist auch gut so! Schließlich leben wir in einer Leistungsgesellschaft. Und dennoch ist es sehr oft klug – insbesondere im täglichen Geschäftsleben – einfach mal zuzuhören, sich selbst völlig zurückzunehmen und dem anderen die Poleposition zu überlassen. Immer dann, wenn ein Ziel erreicht werden soll, man etwas verkaufen möchte oder eine Personalentscheidung treffen muss, ist es exorbitant wichtig, vorher richtig HINgehört zu haben. Wenn dem Akteur das eigene Ich-Getöse permanent den Gehörgang verstopft, kann nicht wahrgenommen werden, was dem Gegenüber wichtig ist. Und darauf – nur darauf – kommt es an! Insbesondere in der Kommunikation im Unternehmen.

Kommunikation im Unternehmen

Kommunikation in der Mitarbeiterführung

Was ist dem Mitarbeiter wichtig? Was bewegt ihn? Welche Werte und Einstellungen hat der Mitarbeiter? Kann die Führungskraft ihn individuell – und nach dessen Bedürfnissen gerecht – ansprechen? „Für so einen neumodischen Tüddelkrams habe ich keine Zeit“, sagt der Manager. Nun, er kann natürlich seine gesamte Belegschaft gleichgerichtet nach Schema-F behandeln. Das ist ja auch ziemlich bequem. Dann darf er sich aber auch nicht wundern, wenn er maximal eine Schema-F-Leistung seiner Mannschaft zurückerhält. Will der Vorgesetzte aber den höchsten R-O-I aus den investierten Personalkosten generieren, dann sollte er sich die Mühe machen und seine Mitarbeiter persönlich kennenlernen. Das wiederrum geht nur durch HINhören. Wenn die Führungskraft ihre Mitarbeiter genau kennt, dann kann sie jedem Einzelnen gegenüber so agieren, wie es für denjenigen am besten ist. Damit hat sie den Schlüssel in der Hand, von jedem die individuelle Höchstleistung abzurufen. Von diesem Moment an stoppt die Verschwendung von HR-Investitionen.

Kommunikation im Verkaufsgespräch

Als ich selbst noch Vertriebsleiter war, begleitete ich einen neuen Kollegen zum Verkaufsgespräch. Der potenzielle Kunde war offensichtlich Hobby-Angler, denn er hatte einen präparierten Hecht an der Wand hängen. Mit einem kurzen Seitenblick auf das Präparat meinte der Sales-Trainee beiläufig: „Ich hatte mal einen gefangen, der war eineinhalbmal so groß. Boaah, war das ein Drill. So was vergisst man nicht.“ Was glauben Sie, liebe Leser, haben wir den angestrebten Verkauf erfolgreich abgeschlossen? Natürlich nicht! Dabei war der Kollege eigentlich bestens geschult. Verkaufstechniken, Verhandlungstaktik und Gesprächsführung hatten wir immer und immer wieder geübt. Aber DAS ist in diesem Artikel nicht mit Kommunikation gemeint … Worüber ist der Nachwuchsverkäufer gleich zu Gesprächsbeginn gestolpert? Über seinen eigenen Ego-Fokus! Da konnte er am Gesprächsende noch so sehr Einwandbehandlung durchführen. Der Drops war gelutscht. Gleich in den ersten 5 Minuten. Den anderen einfach mal Held sein lassen. Ist das wirklich so schwer?

Kommunikation im Unternehmen - andere Held sein lassen

Kommunikation im Team

„ICH habe die E-Mail schon letzte Woche weitergeleitet. MIR kann es doch egal sein, wenn die anderen nicht rechtzeitig fertig werden. MEIN Gewissen ist rein.“ So, oder so ähnlich, klingen die meisten Kantinengespräche. Schon mal gehört? Es ist schon erstaunlich, wie sehr der durchschnittliche Mitarbeiter bemüht ist, sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen. In diesem Falle liegt der Ego-Fokus darin, die eigene Unverletzlichkeit zu behüten. Durch die Konzentration auf das eigene kleine Terrain und das fehlende Interesse am anderen wird so viel Engagement, Ambition und Energie verschwendet. Es ist dramatisch! Wenn die Mitarbeiter sich mehr darum kümmern würden, was die anderen brauchen, wie sich das Individuum bestmöglich einbringen kann, um der Mannschaft dienlich zu sein, dann stünden viele Unternehmen wesentlich besser da.

Das Interesse am anderen ist der Schlüssel zum Erfolg

Die Kommunikation im Unternehmen findet an vielen Stellen statt. In der Mitarbeiterführung, dem Verkaufsgespräch und im Team-Zusammenspiel … und dies waren nur einige Beispiele. Meistens jedoch – und das ist Fakt – herrscht in der Kommunikation ein Ungleichgewicht zwischen Ego-Fokus und dem Interesse am Gegenüber. Nur wenn man dem anderen 100%ig zuhört und sich selbst zurückstellt, erfährt man tatsächlich dessen innersten Bedürfnisse. Und eben diese herauszufinden und anschließend zu befriedigen, ist die Kern-Kompetenz in der Kommunikation im Unternehmen. Das funktioniert aber nur, wenn der Ego-Fokus abgeschaltet wird.

Herzliche Grüße
Carsten Seiffert

P.S.: Der Artikel hat Ihnen konstruktiven Input geliefert? Hier finden Sie verwandte Beiträge:
Kommunikation mit Herausforderungen: Wenn Stärken kollidieren!
Herausforderung Führung: Wenn Stärken ätzend werden …