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StärkenNews – Die besinnliche Weihnachtszeit steht vor der Tür. Die Luft ist kalt, es wird früh dunkel und es riecht nach Schnee. Die Eltern erholen sich vom Einkaufsstress beim Glühwein, und die Kinder stehen mit unruhig glänzenden Augen am Fenster und warten auf … auf den Weihnachtsmann. Man, man, man, der alte Gesell‘ hat ganz schön was zu tun im Dezember. Aber was macht er eigentlich den Rest des Jahres? Liegt er wirklich 11 Monate lang in der Karibik in der Hängematte?

Stellen wir uns doch einmal vor, der Weihnachtsmann säße Ihnen gegenüber im Büro und ist Ihr Kollege. Was für eine Type wäre er wohl? Darf ich vorstellen? Das ist Herr Claus. Santa Claus!

Was kann der Kollege Claus besonders gut?

Am besten lässt sich Herr Claus wohl charakterisieren, wenn man sich seine Talente anschaut. Damit kann man dann auch ableiten, wie sich die Zusammenarbeit mit ihm gestalten würde. Was kann Herr Claus besonders gut?

Nun, er kommt einmal im Jahr zu einem ganz bestimmten Tag – und das seit Ewigkeiten. Ohne je einen Termin verpasst zu haben. Er ist also pünktlich und zuverlässig, daran gibt es wohl keinen Zweifel.

Er behandelt alle gleich nach seinem uralten, unumstößlichen Wertesystem. Wer die Rute bekommt und wer Geschenke, das kann sich jeder ganz eindeutig im Vorwege ausrechnen. Herr Claus ist also fair, traditionell, autoritär und konsequent.

Kein anderes Geschöpf ist wohl so von Liebe und Fürsorge erfüllt wie Herr Claus. Stundenlang hört er geduldig den Kindern zu, tröstet und liebkost sie und versucht, jeden glücklich zu machen. Dies dürfte auf einen großen Anteil von Empathie, Verständnis und Anpassungsvermögen hindeuten.

Wenn es am 24.12. um Alles oder Nichts geht, dann ist Herr Claus in seinem Element. Unzählige Kinder weltweit wollen pünktlich ihre Geschenke haben. Eine schier unlösbare Aufgabe, die Herrn Claus gerade mal eben auf Betriebstemperatur bringt. Man kann wohl getrost davon ausgehen, dass Herr Claus von einer gewissen Leistungswilligkeit und Leistungsfähigkeit angetrieben wird. Sein Wunsch, Höchstleistungen zu erbringen, hält seinen Motor am Laufen. Dabei ist ihm die Top-Performance gerade gut genug.

Na, dann fassen wir doch mal zusammen:
Pünktlich, zuverlässig, fair, traditionell, autoritär, konsequent, empathisch, verständnisvoll, anpassungsfähig, leistungsbereit und Top-Performer. Mit so einem Kollegen im Büro wird es wohl nie „Dienst nach Vorschrift“ geben.

Herr Claus am Arbeitsplatz

Seine positiven Beiträge

Herr Claus sucht die Herausforderung und wenn er sie gefunden hat, dann gibt es für ihn kein Halten mehr. Besser, höher, weiter dürfte sein Kredo sein. Und auf dem Weg dorthin sollten Sie ihm lieber nicht in die Quere kommen. Sie werden glatt untergepflügt. Herr Claus liebt Kollegen, die mit ihm auf die Erfolgstour gehen. Zu Überstunden-Aufschreibern findet er keinen Zugang.

Sollten Sie sein Chef sein, dann setzen Sie ihm Ziele. Deadlines machen ihn so richtig scharf. Und eiern Sie nicht herum. Herr Claus braucht klare, deutliche Fakten und Zahlen. Wann soll was wie erreicht werden?!? Mit seinem Tatendrang und seiner Motivation steckt Herr Claus die übrige Belegschaft an.

Ihm fällt auf, wenn es anderen Kollegen nicht gut geht. Herr Claus hat ein natürliches Gespür für die Emotionen der anderen. Wahrscheinlich ist er so etwas wie ein Vertrauensmann im Unternehmen. Vielleicht sogar Vorsitzender im Betriebsrat? Da könnte er Autorität, Zuverlässigkeit und Empathie gut miteinander verbinden.

Seine Bedürfnisse und toxisches Verhalten

Bekommt er keine messbaren Ziele und Eckdaten vorgegeben, ist er schnell demotiviert. Dann schlägt sein ganzer Enthusiasmus ins toxische Gegenteil um. Er zieht sich zurück, schmollt und spielt die beleidigte Leberwurst. Das kann schlimmstenfalls auch auf die Kollegen überspringen.

Stärken können ätzend werden und verusachen dann Frustration

Herr Claus wird immer der erste Kollege im Meeting-Raum sein. Frei nach dem Motto: „Fünf Minuten vor der Zeit ist des Cläus‘chens Pünktlichkeit“. Und wehe, Sie selber kommen 5 Minuten zu spät. Wenn Herr Claus eines nicht abkann, dann ist es mangelnde Disziplin. Fälschlicherweise wird er deswegen oft als Pedant missverstanden. Dabei hat er einfach nur das Talent, festgelegte Regeln akribisch einzuhalten. Das ist doch sehr lobenswert, oder?

Herr Claus hält an Bewährtem fest. „Never change a winning team“, oder „das haben wir schon immer so gemacht“, sind Sprüche aus seinem täglichen Repertoire. Und er meint das wirklich so. Er liebt die Beständigkeit und ehrt das Bekannte. Da er dies auch noch mit einer gehörigen Portion Autorität untermauert, wird es schwer sein, ihn von notwendigen Neuerungen zu überzeugen. „Wat de Buer nich kennt, dat fret he nich“, wie wir Norddeutschen zu sagen pflegen.

Der Weihnachtsmann ist auch nur ein Mensch

Summa Summarum kann festgehalten werden, dass Herr Claus ein ganz normaler Mitarbeiter wäre: mit tollen positiven Beiträgen und ganz gewöhnlichen Auslösern für toxisches Verhalten. Ich glaube, er wäre ein sympathischer Kollege und ein wertvolles Team-Mitglied. Wie für jeden von uns ganz persönlich (und wie für alle anderen Mitmenschen), gilt auch für ihn: „Ich weiß was ich kann, und ich weiß was ich nicht kann. Und beides ist ok!“

In diesem Sinne dürfen wir froh sein, dass Herr Claus keine Diven-haften Züge aufweist. Man möge es sich gar nicht vorstellen, wenn der Weihnachtsmann jedes Jahr sagen würde: „Wenn Du Dich nicht ordentlich bedankst, dann bin ich heute das letzte Mal bei Dir gewesen. Alles wird für selbstverständlich genommen. Kannst Du Dir eigentlich vorstellen, was das für eine Schufterei ist …?“

Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen frohe Weihnachten (und tolle Kollegen)!
Ihr Carsten Seiffert

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